1. Was verstehen wir unter BNE und welche Kriterien müssen Bildungsangebote erfüllen, um als BNE-Angebot anerkannt zu werden?

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987)
Bedürfnisse sind in den drei Dimension, ökologisch, ökonomisch und sozial, zu verstehen. Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig. Es wird langfristig keinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt ohne intakte Umwelt geben. Ebenso wenig wird es gelingen, die Umwelt effektiv zu schützen, wenn Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt, allen Menschen der Gesellschaft Bildungschancen zu eröffnen, damit sie sich Wissen, Kompetenzen und Werte aneignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und positive gesellschaftliche Weiterentwicklung erforderlich sind [in Anlehnung an die Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung,  2019]. BNE ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln sowie lebenslanges Lernen.
 
BNE umfasst folgende Bildungsbereiche:
  • Frühkindliche Bildung
  • Allgemeinbildende Schulen
  • Berufliche Bildung
  • Hochschulen
  • Non-formales und informelles Lernen
  • Bildung in der Kommune
 
BNE bedeutet, Bildung so auszurichten, dass die Lernenden:
  • ihr Leben aktiv und verantwortungsvoll gestalten
  • Bereiche persönlicher Mitverantwortung für Mensch und Umwelt, lokal und global erkennen und in ihr Handeln integrieren
  • sich zur Untersetzung des eigenen Handelns gezielt Informationen beschaffen, analysieren und bewerten
  • gemäß ihren Fähigkeiten, die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf das Leben anderer, auf die Umwelt und auf die gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Entwicklung abschätzen (vorrausschauendes Handeln)
  • Werte begreifen, an denen sie ihr Handeln ausrichten und Handlungsmöglichkeiten für sich erarbeiten
  • zu Konfliktlösungen beitragen und nicht konfliktverschärfend agieren.
 
Dazu sollten die Lernenden:
  • über gerechte Zugangschancen zu Bildung verfügen
  • aus einer Vielfalt an Bildungsformaten, auswählen können, z.B. formelle, informelle Bildungsformate.
  • Altersbezogene, hochwertige und inklusive Bildungsformate vorfinden, die neben dem Erwerb von Wissen auch die Entwicklung von Handlungskompetenzen ermöglichen
Mind. 3 dieser Kriterien müssen erfüllt sein, damit Ihre Veranstaltung als "Veranstaltung im Sinne von BNE" gilt.
 
 
 

2. Welche Grundlagen für BNE gibt es für Sachsen?

In Sachsen gibt seit 2018 die überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und seit 2019 die Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus. Beide Strategien stehen zum download zur Verfügung.
 
 
Das Portal https://bne-sachsen.de/ stellt Information rund um Veranstaltungen, Bildungsangebote und Materialien zur Verfügung und bietet eine Plattform zu Vernetzung, Information und Austausch für alles was BNE in Sachsen betrifft.
 
Der Entstehungsprozess der Sächsischen Landesstrategie BNE begann mit dem ersten „Entwicklungspolitischen Forum“, welches im August 2017 von der Sächsischen Staatskanzlei und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus durchgeführt wurde.  Es folgten die Einrichtung von ressortübergreifenden Arbeitsgruppen sowie ein Beteiligungsprozess von Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft.  Es wurden Fachgruppen zu den 6 Bildungsbereichen gegründet, in denen staatliche und zivilgesellschaftliche Vertreter*innen gemeinsam arbeiteten. Abgerundet wurde der Prozess im Herbst 2018 durch eine Online-Beteiligung für die interessierte Öffentlichkeit. Daraus hervorgegangene Hinweise wurden abgewogen und im weiteren Prozess der Erstellung berücksichtigt. (Quelle: Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kapitel 4).
 
Hier kann nochmal zu BNE von global zu national zu landesweit (Sachsen) zu regional nachgelesen werden.
 
Seit dem Jahr 2007 gibt es ein Qualitätsmanagementsystem Umweltbildung (QMU) in Sachsen. Es wurde gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Thüringen entwickelt und ist auf die Bildungsarbeit im Bereich Umweltbildung zugeschnitten. BNE ist darin insofern verankert, dass BNE als grundlegende Anforderung für Bildungsangebote definiert wurde. 
 
 
 

3. Wo kann ich mich über BNE informieren und welche unterstützenden Materialien gibt es, die für Umweltbildner geeignet sind?

Interessant in Bezug auf Umweltbildung sind ggf. folgende Links:
 

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